Du sitzt seit drei Minuten im serveece nach Ramallah, und dem Mann neben dir ist der Gesprächsstoff übers Wetter ausgegangen. Jetzt kommt die eigentliche Frage. shu bti3mal? Was machst du so?
Diesen Eisbrecher hörst du überall. Auf einer Hochzeit in Nablus, auf dem Stuhl beim Friseur, in der Schlange für knafeh. Irgendwer will wissen, was du arbeitest, und es lohnt sich, die Antwort parat zu haben.
Das Gute daran: Zu sagen, was du machst, ist kaum ein ganzer Satz.
Für die Antwort brauchst du kein Verb
Im Deutschen musst du „ich bin Manager“ sagen. Palästinensisch wirft das „bin“ raus. Du stellst ana (ich) neben den Beruf und hörst auf. Es gibt kein Wort für „ist“, das in die Mitte müsste.
- ana mudeer: Ich bin Manager
- ana : Ich bin Lehrer
- hiyye doktowra: Sie ist Ärztin
- huwwe shoofeer: Er ist Fahrer
Zwei Wörter, fertig. Die Person und der Beruf, direkt nebeneinander.
Die Wörter für die Arbeit
Hier die Auswahl, die du wirklich brauchst.
| Deutsch | Palästinensisch |
|---|---|
| Manager, Chef | |
| Lehrer | |
| Arzt | |
| Arzt (das förmliche Wort) | Tabeeb |
| Angestellter, Sachbearbeiter | |
| Händler, Kaufmann | taajer |
| Fahrer | shoofeer |
| Bauer | |
| Gemüsehändler | khuDarji |
| Krankenschwester | mumarriDa |
doktowr und Tabeeb heißen beide Arzt. doktowr sagt jeder, wenn er spricht, egal ob zum Hausarzt oder zur Professorin mit Doktortitel. Tabeeb ist das förmliche Lehrbuchwort, das begegnet dir eher geschrieben als gesprochen.
Er ist m3allem, sie ist m3allme
m3allem ist ein Lehrer. ist eine Lehrerin. Der ganze Unterschied ist ein kleines -a am Ende, das hier als -e ankommt. Dieselbe Endung macht die meisten Berufe weiblich.
| Beruf | ein Mann | eine Frau |
|---|---|---|
| Lehrer | ||
| Arzt | doktowra | |
| Angestellter | muwaZZafe | |
| Händler | taajer | taajra |
| Bauer | fallaa7a |
Die Endung klingt mal wie ein breites -a, mal wird sie weicher zu -e, je nachdem, welcher Buchstabe davor steht. doktowra und fallaa7a behalten das -a (nach dem r und dem 7), m3allme und muwaZZafe wechseln zu -e. Dein Ohr hat das raus, lange bevor du eine Regel dazu brauchst.
Ein Beruf in der Liste oben ist schon weiblich: mumarriDa, Krankenschwester, weil die meisten in diesem Beruf Frauen sind. Ein Mann im selben Job dreht es zurück zu mumarriD.
Andere fragen
Jetzt andersherum. Einen Mann fragst du shu bti3mal? Bei einer Frau bekommt das Verb ein Schwänzchen, bti3mali, du sagst also shu bti3mali?
Genauso verbreitet ist eine zweite Variante: shu shughlak? Wörtlich „was ist deine Arbeit?“. Das -ak am Ende ist dieselbe „dein“-Endung, die aus beet beetak macht und die du auch an die Familienwörter hängst.
Willst du lieber den Ort wissen als die Berufsbezeichnung? ween btishtaghil? Wo arbeitest du?
Erzählen, wo du arbeitest
Wenn der Smalltalk weitergeht, brauchst du das Verb für arbeiten, ishtaghal. bashtaghil fi madrase heißt „ich arbeite an einer Schule“. bashtaghil fi shirke heißt „ich arbeite in einer Firma“.
Hast du deinen eigenen Laden? Dann lass die Berufsbezeichnung weg und nimm 3indi: 3indi dukkaan, „ich hab einen Laden“. Das einfache Substantiv für Arbeit ist , mit dem kleinen Hilfsvokal, den du in der Mitte hörst.
Gerade ohne Job? ma bashtaghilsh hallaq deckt das ab, und mit 3am badawwir 3ala shughel sagst du, dass du suchst.
doktowr, 'ustaaz und die höflichen Titel
Ein paar dieser Wörter kommen als Titel zurück, mit denen du selbst angesprochen wirst. doktowr meint viel mehr als deinen Arzt. Es ist die respektvolle Anrede für alle mit Doktortitel, und manchmal bekommst du sie einfach aus Freundlichkeit. ist das höfliche „mein Herr“ für einen Mann, und so wird auch der Lehrer in der Klasse angesprochen.
Wenn der Friseur dich also ya ustaaz nennt, will er nichts über deinen Beruf wissen. Er ist einfach nett.