Die meisten Arabisch-Lehrbücher umschreiben mit Punkten und Häkchen: ḥ, ʿ, ḍ, ṣ. Die sagen dir nichts, solange du nicht schon Phonetik gelernt hast. Wir nehmen etwas Einfacheres. Alles lässt sich auf einer normalen Tastatur tippen: einfache Buchstaben für die meisten Laute, Großbuchstaben für die schweren und zwei Ziffern für die zwei Kehllaute, für die es keinen Buchstaben gibt. Lies ein Wort so, wie es dasteht, und meistens triffst du den richtigen Laut.
Eins vorweg: Das System ist für englische Lesegewohnheiten gebaut. sh ist also „sch“, ee ist ein langes i, j ist „dsch“. Weiter unten steht eine eigene Regel mit allen Stellen, an denen deutsche Augen gern falsch abbiegen.
Hier der ganze Schlüssel. Setz dir ein Lesezeichen, du kommst wieder.
Der vollständige Schlüssel
| Arabisch | Umschrift | Klingt wie |
|---|---|---|
| ا | a / aa | a wie in „Bahn“ (lange Version) |
| ب | b | b |
| ت | t | t |
| ث | th (oder s) | englisches th in „think“ |
| ج | j | dsch wie in „Dschungel“ |
| ح | 7 | gehauchtes h, tief aus dem Hals |
| خ | kh | ch wie in „Bach“ |
| د | d | d |
| ذ | dh (oder z) | englisches th in „this“ |
| ر | r | gerolltes Zungen-r |
| ز | z | stimmhaftes s wie in „Sonne“ |
| س | s | scharfes s wie in „Haus“ |
| ش | sh | sch wie in „Schule“ |
| ص | S | emphatisches s |
| ض | D | emphatisches d |
| ط | T | emphatisches t |
| ظ | Z | emphatisches z |
| ع | 3 | ein enger, gepresster Laut ganz unten aus dem Hals |
| غ | gh | wie das Zäpfchen-r in „Rad“ |
| ف | f | f |
| ق | q | tiefes k (in der Stadtsprache ein Knacklaut) |
| ك | k | k |
| ل | l | l |
| م | m | m |
| ن | n | n |
| ه | h | h wie in „Haus“ |
| و | w / oo / ow | englisches w, oder langes u (oo) wie in „Mut“ / langes o (ow) wie in „Mond“ |
| ي | y / ee / iy | j wie in „ja“, oder langes i (ee / iy) wie in „Biene“ |
| ء | ' | Knacklaut |
| ة | a / e | -a / -e am Wortende |
Ein paar Leseregeln
Großbuchstaben sind emphatisch. S, D, T, Z schreien nicht. Sie markieren die vier „tiefen“ Konsonanten, die mit dem hinteren Teil der Zunge gebildet werden. Mit Lautstärke hat das nichts zu tun. Ein Großbuchstabe bedeutet immer einen dieser vier. Wir schreiben Satzanfänge und Namen in der Umschrift nie groß, und auch keine Nomen, so gewohnt das im Deutschen ist. Siehst du also einen Großbuchstaben, ist er emphatisch.
Zwei Laute sind Ziffern. Für die beiden Laute ganz unten aus dem Hals gibt es keinen lateinischen Buchstaben, also leihen wir uns die Konvention, in der Arabischsprachige ohnehin längst chatten: 3 ist ع (der Buchstabe sieht aus wie eine gespiegelte 3), und 7 ist ح. Deshalb heißt hallo mar7aba und Arabisch 3arabi. Es sind die beiden Laute, die sich am schwersten vortäuschen lassen, und über eine Ziffer liest niemand einfach hinweg.
Buchstabenpaare sind ein Laut. sh, kh, th, dh, gh: Jedes Paar steht für einen einzigen arabischen Buchstaben. fängt mit einem arabischen Buchstaben an, mit sch, und nicht mit s plus h.
Der Apostroph ist der Knacks im Hals. Ein einzelnes ' ist der Knacklaut (ء), der kleine Stopp, den du in „be-achten“ zwischen be und achten machst. Der andere Kehllaut, ع, ist die 3 aus der Regel oben: ein anderer Buchstabe, ein anderer Laut, und nie der Apostroph.
Lange Vokale werden verdoppelt. Ein kurzes a ist das a in „Katze“, ein langes aa das a in „Bahn“. Genauso bei i / ee und u / oo. Sag (Buch) knapp als „ki-tab“, und es klingt schief. Zieh den zweiten Vokal in die Länge, „ki-taab“, und es klingt richtig.
Hilfsvokale werden mitgeschrieben. Palästinensisch mag kein Wort, das auf zwei Konsonanten endet, also schlüpft ein kleiner Vokal dazwischen. Das Wort für Morgen ist und nicht „Sub7“, Arbeit heißt shughul statt „shughl“. Wörterbücher lassen diesen kleinen Vokal weg. Wir schreiben ihn, weil du ihn hörst, und wer es wie im Wörterbuch sagt, klingt abgehackt und fremd.
Palästinensische Abkürzungen. Im gesprochenen Palästinensisch wird ث oft zu einem scharfen s oder einem t, und ذ zu z oder d. Wir schreiben die Wörter so, wie sie im Dialekt wirklich gesagt werden, auch wenn das Wörterbuch sie anders buchstabiert.
Das ق führt ein Doppelleben. Im Hocharabischen, in beduinischen Gegenden und im Norden ist es ein tiefes q hinten aus dem Hals. Im städtischen Palästinensisch (Jerusalem, Bethlehem, Ramallah) verschwindet es zu einem bloßen Knacklaut. Wir schreiben in beiden Fällen q, und jeder Ratgeber sagt dir, welche Version du nehmen sollst.
Wo deutsche Leser stolpern. Weil die Umschrift fürs Englische gemacht ist, lesen deutsche Augen ein paar Zeichen anders, als sie gemeint sind:
shist „sch“: shukran klingt wie „schukran“.eeist ein langes i wie in „Biene“, kein langes e wie in „See“. falasTeen endet also wie „-tien“.ooist ein langes u wie in „Mut“, kein o.owist ein langes o wie in „Mond“: hown klingt ungefähr wie „hoon“.jist „dsch“ wie in „Dschungel“, nie das deutsche j aus „ja“.yist dagegen genau das deutsche j: yalla klingt wie „jalla“.zist ein weiches, summendes s wie in „Sonne“. Das deutsche „ts“ aus „Zeit“ ist damit nicht gemeint.wist ein englisches w wie in „water“, mit runden Lippen. Kein deutsches w wie in „Wasser“.sist immer scharf wie in „Haus“, auch am Wortanfang.khist das ch aus „Bach“. Einchtaucht in der Umschrift gar nicht auf.
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